Glossar — Schaden & Sanierung
Sanierputz
Ein Putz mit großem Porenraum, der Salze in sich aufnimmt und Feuchte als Dampf abgibt, damit die Oberfläche trocken und fleckenfrei bleibt.
Erklärt
Was hinter dem Begriff steckt.
Sanierputz ist ein Putzsystem für feuchtes und salzbelastetes Mauerwerk. Er hat einen hohen Porenanteil und ist wasserabweisend eingestellt: Wasser dringt kaum in die äußere Schicht ein, Feuchte verlässt die Wand als Dampf, und die Salze kristallisieren in den Poren im Putz statt an der Oberfläche. So bleibt die sichtbare Wand über lange Zeit trocken und frei von Ausblühungen.
Sanierputze werden meist mehrlagig aufgebaut, oft mit Spritzbewurf und Grundputz als Salzspeicher darunter. Welche Dicke und welcher Aufbau passen, hängt von der Salzbelastung ab, die vorher im Labor bestimmt wird. Der Anstrich darüber muss diffusionsoffen sein, sonst verliert das System seine Wirkung.
Im österreichischen Bestand wird Sanierputz häufig im Sockel- und Kellerbereich eingesetzt. Der häufigste Irrtum ist, ihn als Trockenlegung zu verstehen: Er kaschiert Feuchte und Salze für eine gewisse Zeit, stoppt aber weder aufsteigende noch seitlich eindringende Feuchte. Ist der Porenraum gefüllt, treten die Schäden wieder auf, und der Putz muss erneuert werden.
Sanierputz behandelt die Oberfläche, nicht die Ursache: Ohne Sperre oder Abdichtung ist sein Porenraum irgendwann mit Salz gefüllt. Er ist deshalb Teil einer Sanierung und kein Ersatz dafür.
- Hilft Sanierputz gegen feuchte Wände?
- Sanierputz hält die Oberfläche feuchter, salzbelasteter Wände für längere Zeit trocken und fleckenfrei, weil er Salze in seinen Poren speichert und Feuchte als Dampf abgibt. Die Ursache der Feuchte beseitigt er nicht. Ohne Sperre oder Abdichtung ist er nach einiger Zeit gesättigt. San-Care beobachtet in Wien und Niederösterreich das Raumklima nach solchen Sanierungen.
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