Glossar
Die Begriffe, kurz erklärt.
Damit Sie in einem Gespräch mit Mietern, Eigentümern oder Sachverständigen wissen, wovon die Rede ist. Jede Definition ist ein Satz in Alltagssprache — ohne weitere Fachbegriffe darin.
01 — Bauphysik
Bauphysik
Warum Feuchte entsteht und wo. Diese Begriffe beschreiben das Phänomen selbst, unabhängig von jeder Messtechnik.
- Taupunkt
- Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser sich niederschlägt.
- Der Taupunkt ist keine feste Zahl, sondern hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Warme Luft mit hoher Feuchte hat einen hohen Taupunkt — sie schlägt sich schon an mäßig kühlen Oberflächen nieder. Deshalb genügt es nicht, nur die Luftfeuchte zu kennen.
- TaupunktabstandKondensat
- Taupunktabstand
- Der Abstand zwischen der gemessenen Temperatur und dem Taupunkt — je kleiner er ist, desto näher ist die Stelle an Kondenswasser.
- Der Taupunktabstand ist die eigentlich aussagekräftige Größe. 60 % Raumluftfeuchte sind in einem gut gedämmten Raum unauffällig und können an einer kalten Außenecke bereits kritisch werden. Erst der Abstand sagt, wie nah eine Stelle am Kondensat steht.
- TaupunktWärmebrücke
- Relative Luftfeuchtigkeit
- Der Anteil an Wasserdampf in der Luft, angegeben in Prozent dessen, was die Luft bei dieser Temperatur maximal aufnehmen kann.
- Weil der Wert auf die Temperatur bezogen ist, ändert er sich, sobald sich die Luft abkühlt — auch wenn kein Gramm Wasser dazugekommen ist. Genau deshalb steigt die Feuchte an kalten Wandstellen, ohne dass jemand mehr gelüftet oder geduscht hätte.
- Absolute LuftfeuchtigkeitTaupunkt
- Absolute Luftfeuchtigkeit
- Die tatsächliche Menge Wasserdampf in der Luft, angegeben in Gramm je Kubikmeter — unabhängig von der Temperatur.
- Die absolute Feuchte zeigt, ob wirklich Feuchtigkeit in den Raum gekommen ist. Steigt sie, hat jemand geduscht, gekocht oder gewaschen. Bleibt sie gleich und steigt trotzdem die relative Feuchte, ist es die Temperatur — nicht das Verhalten.
- Relative Luftfeuchtigkeit
- Kondensat
- Wasser, das sich niederschlägt, wenn warme, feuchte Luft auf eine kältere Oberfläche trifft.
- Kondensat ist der Anfang fast jedes Feuchteschadens im Bestand. Es entsteht zuerst dort, wo es niemand sieht: hinter Schränken, in Fensterlaibungen, an Außenecken.
- TaupunktWärmebrücke
- Wärmebrücke
- Eine Stelle im Bauteil, an der Wärme schneller nach außen abfließt als daneben — die Oberfläche bleibt dort kälter.
- Wärmebrücken sind der Grund, warum es fast immer an derselben Ecke schimmelt. Betondecken, auskragende Balkonplatten, Fensteranschlüsse und Gebäudeecken sind die klassischen Stellen im Altbau.
- TaupunktabstandOberflächentemperatur
- Oberflächentemperatur
- Die Temperatur der Wand- oder Bauteiloberfläche selbst, die deutlich unter der Temperatur der Raumluft liegen kann.
- Für Schimmel zählt nicht die Raumluft, sondern die Oberfläche. Ein Raum mit 21 °C kann an der Außenecke 14 °C haben — dort entscheidet sich, ob Feuchtigkeit ausfällt.
- WärmebrückeKritische Oberflächenfeuchte
- Kritische Oberflächenfeuchte
- Der in der Bauphysik übliche Richtwert, ab dem an einer Bauteiloberfläche mit Schimmelwachstum zu rechnen ist: rund 80 Prozent relative Feuchte über einen längeren Zeitraum.
- Entscheidend ist die Dauer, nicht der Spitzenwert. Kurz nach dem Duschen sind 90 Prozent normal; problematisch wird es, wenn hohe Werte über Tage nicht abgebaut werden. Genau diese Dauer sieht man nur in einer durchgehenden Messreihe.
- MessreiheOberflächentemperatur
- Schimmel
- Ein Pilzbefall auf Bauteiloberflächen, der entsteht, wenn dort über längere Zeit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
- Schimmel braucht drei Dinge: Nährboden, Temperatur und Feuchtigkeit. Nährboden und Temperatur sind in jeder Wohnung gegeben — die Feuchtigkeit ist der einzige Faktor, der sich beeinflussen und messen lässt.
- Kritische OberflächenfeuchteFrühwarnsystem
- Bestandsgebäude
- Ein bereits errichtetes und genutztes Gebäude, im Unterschied zum Neubau — meist ohne durchgehende Dokumentation seines tatsächlichen Zustands.
- Im Bestand fehlen genau die Unterlagen, die man im Streitfall bräuchte. Was in der Wand steckt, weiß oft niemand mehr; was das Gebäude über den Winter tut, ist nirgends festgehalten.
- Messreihe
- Wasserdampf
- Wasser in unsichtbarer, gasförmiger Form, das in jeder Raumluft enthalten ist.
- Wasserdampf entsteht in der Wohnung ständig durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen. Sichtbar wird er erst, wenn er an einer kalten Oberfläche wieder zu Wasser wird.
- KondensatSättigung
- Sättigung
- Der Zustand, in dem die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur keinen weiteren Wasserdampf mehr aufnehmen kann.
- Gesättigte Luft entspricht 100 Prozent relativer Feuchte. Kühlt sie weiter ab, fällt Wasser aus — das passiert an kalten Wandstellen, lange bevor die Raumluft selbst gesättigt ist.
- TaupunktRelative Luftfeuchtigkeit
- Sommerkondensation
- Feuchte, die sich im Sommer in kühlen Räumen wie Kellern niederschlägt, wenn warme, wasserreiche Außenluft an kalten Wänden abkühlt.
- Sommerkondensation erklärt, warum ein Keller ausgerechnet nach dem Lüften an heißen Tagen feucht wird. Im Keller ist deshalb im Sommer Lüften in kühlen Nacht- und Morgenstunden sinnvoller als tagsüber.
- TaupunktAbsolute Luftfeuchtigkeit
- Schimmelsporen
- Winzige Keime, über die sich Schimmelpilze verbreiten und die in praktisch jeder Innen- und Außenluft vorkommen.
- Weil Sporen überall vorhanden sind, entscheidet nicht ihre Anwesenheit über einen Befall, sondern ob sie an einer Oberfläche über längere Zeit genug Feuchte finden. Bei sichtbarem Befall sollten Stellen nicht trocken abgebürstet werden, um Sporen nicht aufzuwirbeln.
- SchimmelKritische Oberflächenfeuchte
- Raumklima
- Das Zusammenspiel von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung in einem Raum.
- Ein angenehmes Raumklima in der Zimmermitte heißt nicht, dass alle Oberflächen unkritisch sind. Für das Schimmelrisiko zählt das Klima an der kältesten Stelle, etwa an Außenecken oder hinter Möbeln.
- Relative LuftfeuchtigkeitOberflächentemperatur
- Aufsteigende Feuchte
- Wasser aus dem Erdreich, das in einer Wand ohne wirksame Sperre durch die feinen Poren des Mauerwerks nach oben wandert.
- Aufsteigende Feuchte zeigt sich im untersten Wandbereich, oft als waagrechter Rand mit Salzausblühungen darüber. Im Altbestand ohne Horizontalsperre ist sie häufig; sie hängt nicht an der Außentemperatur und verschwindet deshalb auch im Sommer nicht.
- HorizontalsperreBauschädliche SalzeKapillaraktiv
- Schlagregen
- Regen, der vom Wind schräg gegen die Fassade gedrückt wird und dort in Putz und Mauerwerk eindringen kann.
- Schlagregen betrifft vor allem die dem Wetter zugewandte Seite eines Gebäudes, schadhafte Gesimse, Fensterbänke und Risse im Außenputz. Innen zeigt er sich als Feuchte, die nach Regenperioden zunimmt und in trockenen Phasen wieder zurückgeht.
- FeuchteschutzInnendämmung
- Kapillaraktiv
- Die Eigenschaft eines Baustoffs, flüssiges Wasser in seinen feinen Poren zu verteilen und wieder an die Oberfläche zurückzuleiten.
- Kapillaraktive Innendämmungen nutzen diese Eigenschaft, um Feuchte, die sich hinter der Dämmung sammelt, zur Raumseite abzuleiten, wo sie verdunsten kann. Dieselbe Eigenschaft ist bei Mauerwerk ohne Sperre der Grund, warum Wasser aus dem Boden nach oben steigt.
- InnendämmungAufsteigende Feuchte
- sd-Wert
- Eine Angabe in Metern, die beschreibt, wie stark eine Schicht den Durchgang von Wasserdampf bremst — je höher der Wert, desto dichter die Schicht.
- Der sd-Wert entspricht der Dicke einer ruhenden Luftschicht, die dem Wasserdampf denselben Widerstand entgegensetzt wie das Bauteil. Er entscheidet, ob eine Folie als Dampfbremse oder als Dampfsperre wirkt, und ist bei Innendämmung und Dachausbau eine wichtige Planungsgröße.
- DampfbremseInnendämmung
- Luftdichtheit
- Die Eigenschaft einer Gebäudehülle, keine warme Raumluft durch Fugen, Ritzen und Anschlüsse nach außen strömen zu lassen.
- Strömt warme, feuchte Luft durch eine undichte Stelle in eine kalte Konstruktion, bringt sie dort in kurzer Zeit weit mehr Feuchte ein als die Diffusion durch eine intakte Schicht. Deshalb sind im Dachausbau die Anschlüsse der luftdichten Ebene an Mauerwerk und Durchdringungen die heiklen Stellen.
- DampfbremseKondensat
- Fugenluftwechsel
- Der Luftaustausch, der ohne Zutun der Bewohner durch undichte Fenster- und Türfugen stattfindet.
- Alte Kasten- und Holzfenster haben über diesen Weg laufend Feuchte aus der Wohnung abgeführt. Werden sie durch dichte Fenster ersetzt, fällt dieser Luftwechsel weg, während der Feuchteeintrag gleich bleibt — ein häufiger Grund für Schimmel nach dem Fenstertausch.
- LuftdichtheitKondensat
02 — Messung
Messung
Wie aus einem Zustand eine Aufzeichnung wird — und woran man erkennt, ob eine Aufzeichnung etwas taugt.
- Messpunkt
- Ein einzelner batteriebetriebener Sensor, der an einer festgelegten Stelle Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Taupunkt erfasst.
- Ein Messpunkt ist nur so gut wie seine Position. Zwei bis vier Messpunkte je Wohneinheit an den richtigen Stellen sagen mehr als zwanzig Sensoren in der Raummitte.
- MesskonzeptBasisstation
- Messintervall
- Der zeitliche Abstand zwischen zwei Messungen — bei San-Care 15 Minuten, also rund 96 Werte je Größe und Tag.
- Das Intervall bestimmt, was sichtbar wird. Eine Tagesmessung zeigt keinen Duschvorgang und keinen nächtlichen Temperaturabfall. In 15 Minuten fällt beides auf.
- MessreiheZeitstempel
- Messreihe
- Eine lückenlose Folge von Messwerten über einen längeren Zeitraum — im Unterschied zur einmaligen Momentaufnahme.
- Die Messreihe ist der eigentliche Gegenstand. Sie zeigt Muster: Kommt die Feuchte täglich zur selben Zeit, ist es Nutzung. Bleibt sie den ganzen Winter, ist es das Bauteil.
- MessintervallDatenlücke
- Zeitstempel
- Die Datums- und Uhrzeitangabe, die jedem einzelnen Messwert fest zugeordnet ist.
- Ohne Zeitstempel ist ein Messwert im Streitfall wertlos. Mit Zeitstempel lässt sich sagen, ob ein Zustand vor oder nach einem bestimmten Ereignis bestand.
- Beweissicherung
- Messabweichung
- Der Bereich, in dem ein gemessener Wert vom tatsächlichen Wert abweichen darf — bei der Temperaturmessung von San-Care ±0,3 °C.
- Die Abweichung ist deshalb wichtig, weil der Taupunktabstand eine Differenz aus zwei Messgrößen ist. Ungenaue Einzelwerte machen die Differenz doppelt ungenau.
- Taupunktabstand
- Datenlücke
- Ein Zeitraum ohne Messwerte, etwa weil ein Messpunkt ausgefallen ist oder kein Funkkontakt bestand.
- Eine Lücke bleibt im Protokoll als Lücke stehen. Fehlende Werte werden nicht rechnerisch aufgefüllt — ein interpolierter Wert wäre eine Behauptung und keine Messung.
- Messreihe
- Schwellenwert
- Ein vorab festgelegter Grenzwert, bei dessen Über- oder Unterschreiten das System eine Meldung auslöst.
- Schwellenwerte werden je Objekt eingerichtet, nicht pauschal gesetzt. Ein Kellerabgang und ein Wohnzimmer vertragen nicht dieselbe Grenze.
- AlertEinstufung
- Einstufung
- Die vierstufige Bewertung je Messpunkt — unauffällig, beobachten, kritisch, Handlungsbedarf —, die den Feuchtezustand an dieser Stelle zusammenfasst.
- Die Einstufung übersetzt eine Kurve in eine Entscheidung. Sie ersetzt keine fachliche Prüfung, sondern sagt, wo eine nötig sein könnte.
- SchwellenwertTaupunktabstand
- Hygrometer
- Ein Messgerät, das die relative Luftfeuchtigkeit anzeigt, meist zusammen mit der Temperatur.
- Ein Hygrometer gibt einen guten Eindruck vom Raumklima, zeigt aber nur den Wert an seinem Standort und im Moment des Ablesens. Für die Frage, ob eine bestimmte Ecke gefährdet ist, braucht es einen Messpunkt an genau dieser Stelle und einen aufgezeichneten Verlauf.
- MesspunktMessreihe
- Messprotokoll
- Die geordnete Aufstellung aller Messwerte eines Messpunkts mit Zeitstempel, Position und den daraus berechneten Größen.
- Ein Protokoll liest man zuerst auf Rahmen und Lücken, dann als Verlauf und erst zuletzt Wert für Wert. Ohne die Position des Messpunkts ist es kaum zu deuten.
- MessreiheZeitstempelDatenlücke
- Messgenauigkeit
- Wie nahe ein angezeigter Messwert am tatsächlichen Wert liegt, meist als zulässige Abweichung in beide Richtungen angegeben.
- Genauigkeit ist nicht dasselbe wie Auflösung: Ein Display mit einer Nachkommastelle kann trotzdem um mehrere Prozentpunkte danebenliegen. Für Feuchtefragen zählt die Temperaturgenauigkeit besonders, weil schon kleine Temperaturfehler die relative Feuchte und den Taupunktabstand spürbar verschieben.
- MessabweichungKalibrierungTaupunktabstand
- Kalibrierung
- Der Vergleich eines Messgeräts mit einer bekannten Referenz, um festzustellen, wie weit seine Anzeige vom richtigen Wert abweicht.
- Streng genommen stellt die Kalibrierung die Abweichung nur fest; das Korrigieren heißt Justieren. Für eine Messreihe, die später Dritte lesen, ist wichtig, dass bekannt ist, wie verlässlich die Messpunkte sind und ob sie untereinander vergleichbar messen.
- SensordriftMessgenauigkeit
- Sensordrift
- Die langsame Veränderung eines Sensors über Monate und Jahre, durch die seine Werte allmählich vom tatsächlichen Wert abwandern.
- Drift entsteht zum Beispiel durch Alterung, dauerhaft sehr feuchte Umgebung, Kondensat am Sensor oder Ausdünstungen von Lösungs- und Reinigungsmitteln. Im Verlauf fällt sie oft erst im Vergleich mit benachbarten Messpunkten auf, weshalb mehrere Messpunkte je Objekt auch der Plausibilitätskontrolle dienen.
- KalibrierungVergleichsmesspunkt
- Abtastrate
- Wie oft ein Sensor einen neuen Wert erfasst, angegeben als Zeitabstand oder als Anzahl Messungen pro Zeiteinheit.
- Im Gebäudemonitoring spricht man meist vom Messintervall. Eine zu seltene Abtastung übersieht kurze Ereignisse, eine sehr häufige kostet Batterie, ohne für Feuchtefragen mehr Aussage zu bringen.
- MessintervallBatterielaufzeit
03 — Technik
Technik
Die Geräte und die Funkstrecke dahinter. Relevant vor allem für die Frage, was im Objekt tatsächlich installiert wird.
- Basisstation
- Das netzbetriebene Empfangsgerät, das die Funksignale aller Messpunkte eines Objekts einsammelt und weiterleitet.
- Eine Basisstation je Objekt genügt. Sie braucht eine normale Steckdose im Stiegenhaus oder Technikraum — und nicht das WLAN der Bewohner.
- LoRaWANMesspunkt
- LoRaWAN
- Ein Funkstandard für kleine Datenmengen über große Distanzen bei sehr geringem Stromverbrauch.
- LoRaWAN ist ein wesentlicher Grund, warum ein Messpunkt rund fünf Jahre mit einer Batterie auskommt und warum eine einzige Station ein ganzes Haus abdeckt. Es überträgt keine Bilder und keinen Ton — dafür ist es zu langsam, und genau das ist hier ein Vorteil.
- BasisstationFunkreichweite
- Funkreichweite
- Die Entfernung, über die ein Messpunkt seine Werte noch zuverlässig an die Basisstation senden kann — bei LoRaWAN über fünf Kilometer im Freifeld.
- Im Gebäude zählt nicht die Freifeldreichweite, sondern die Zahl der Wände dazwischen. Deshalb wird die Funkstrecke bei der Montage im Objekt abgenommen und nicht am Reißbrett angenommen.
- LoRaWANBasisstation
- Batterielaufzeit
- Die Zeit, die ein Messpunkt ohne Batteriewechsel misst — bei San-Care rund fünf Jahre.
- Die Laufzeit entscheidet über den Betriebsaufwand. Ein System, dessen Batterien jährlich getauscht werden müssen, wird in der Praxis oft nicht zuverlässig gewartet und bekommt Lücken.
- LoRaWANWartung
- Alert
- Eine automatische Meldung per E-Mail, sobald an einem Messpunkt über längere Zeit kritische Bedingungen bestehen.
- Ein Alert ist eine Information, keine Aufforderung. Er nennt Objekt, Einheit und Messpunkt — was daraus folgt, entscheidet die Verwaltung.
- SchwellenwertEinstufung
- Kapazitiver Feuchtesensor
- Ein Sensor, dessen dünne Kunststoffschicht Wasserdampf aus der Luft aufnimmt und dadurch ihre elektrische Eigenschaft so verändert, dass sich daraus die relative Luftfeuchtigkeit ablesen lässt.
- Die meisten elektronischen Feuchtesensoren für Innenräume arbeiten nach diesem Prinzip. Sie messen die Luft an ihrer Position, nicht die Feuchtigkeit im Mauerwerk. Deshalb entscheidet die Position des Sensors mit darüber, was die Werte aussagen.
- Relative LuftfeuchtigkeitMessgenauigkeitSensordrift
- Datenlogger
- Ein Messgerät, das Werte über einen Zeitraum im eigenen Speicher aufzeichnet, die erst beim Auslesen vor Ort oder per Kabel sichtbar werden.
- Datenlogger eignen sich für kurze, abgegrenzte Messungen. Was während der Aufzeichnung passiert, erfährt man erst beim Auslesen; eine Warnung bei kritischen Bedingungen gibt es nicht, und geht das Gerät verloren, sind die Daten mit ihm weg.
- MessreiheIoT-PlattformAlert
- Wandfeuchte-Sonde
- Ein Messfühler, der in ein Bauteil eingebracht wird, um die Feuchtigkeit im Material über längere Zeit zu beobachten statt nur an der Oberfläche.
- Eine Sonde im Bauteil braucht einen kleinen Eingriff, etwa ein Bohrloch, und eine sorgfältige Einordnung, weil der Wert von Baustoff und Einbausituation abhängt. Bei San-Care ist das keine Standardleistung, sondern eine angepasste Messaufgabe auf Anfrage mit dem Entwicklungspartner smartenic, deren Machbarkeit vorher geprüft wird.
- MaterialfeuchteSensorik nach Maß
- Gateway
- Ein Gerät, das die Funksignale mehrerer Sensoren empfängt und die Daten an eine Plattform im Internet weiterleitet.
- Im Gebäudemonitoring heißt das Gateway oft Basisstation. Eines je Objekt genügt, wenn die Funkstrecke passt; es braucht Strom und eine Verbindung nach außen, aber keinen Zugang zu den Netzwerken der Bewohner.
- BasisstationLoRaWANFunkprotokoll
- Funkprotokoll
- Die technische Vereinbarung, nach der Sensoren und Empfänger per Funk Daten austauschen, etwa LoRaWAN, WLAN, Zigbee oder Bluetooth.
- Das Protokoll entscheidet über Reichweite, Stromverbrauch und Abhängigkeiten. Für Messpunkte, die jahrelang mit Batterie durch mehrere Wände funken sollen, eignen sich andere Protokolle als für Geräte, die an der Steckdose hängen.
- LoRaWANGatewayBatterielaufzeit
- IoT-Plattform
- Die Software im Internet, in der die Daten vernetzter Sensoren ankommen, gespeichert, angezeigt und ausgewertet werden.
- Für eine Hausverwaltung ist die Plattform der eigentliche Arbeitsplatz: Dort stehen Verläufe, Alarmregeln und Reports für alle Objekte. Wichtig sind klare Zugriffsrechte und die Frage, wem die Daten gehören.
- GatewayAlertDatenlogger
04 — Praxis
Praxis
Was im Ablauf eines Projekts und im Streitfall zählt — von der Begehung bis zur Beweissicherung.
- Frühwarnsystem
- Eine Messeinrichtung, die kritische Bedingungen meldet, bevor ein Schaden sichtbar wird.
- Früh heißt hier: bevor der Fleck an der Wand steht. Zwischen dem ersten kritischen Verlauf und dem sichtbaren Befall liegen im Bestand oft Wochen bis Monate.
- SchimmelAlert
- Messkonzept
- Die schriftliche Festlegung, an welchen Stellen, in welcher Höhe und in welcher Anzahl in einem Objekt gemessen wird.
- Das Messkonzept entsteht bei der Begehung und ist die eigentliche Fachleistung. Ein Sensor an der falschen Stelle liefert korrekte Werte über eine Frage, die niemand gestellt hat.
- MesspunktBegehung
- Begehung
- Der Termin vor Ort, bei dem das Objekt aufgenommen und die kritischen Bereiche bestimmt werden.
- Bei der Begehung wird auch geklärt, was nicht geht: welche Einheiten nicht zugänglich sind, wo keine Zustimmung vorliegt und wo die Funkstrecke knapp wird.
- Messkonzept
- Wartung
- Die laufende Betreuung der installierten Technik: Batteriewechsel, Austausch ausgefallener Messpunkte und Nachjustierung.
- Ohne Wartung wird aus einem Messsystem nach zwei Jahren eine Sammlung stiller Geräte. Die Wartung ist deshalb Teil der laufenden Pakete und keine Zusatzoption.
- BatterielaufzeitDatenlücke
- Beweissicherung
- Das Festhalten eines Zustands in einer Form, die später nachvollziehbar bleibt — bei Feuchte durch zeitgestempelte Messreihen statt durch Erinnerung.
- Beweissicherung heißt nicht, dass eine Messung eine Rechtsfrage entscheidet. Sie sorgt dafür, dass im Streitfall Daten auf dem Tisch liegen und nicht Aussage gegen Aussage steht.
- ZeitstempelSachverständiger
- Sachverständiger
- Eine fachlich qualifizierte Person, die den Zustand eines Bauteils beurteilt und daraus eine gutachterliche Bewertung ableitet.
- Ein Gutachten bewertet einen Zeitpunkt, eine Messreihe deckt einen Zeitraum ab. Zusammen sind beide aussagekräftiger als jedes für sich — ersetzen kann das Monitoring den Sachverständigen nicht.
- BeweissicherungMessreihe
- Trocknungskontrolle
- Die durchgehende Überwachung, ob sich Feuchte nach einem Wasserschaden tatsächlich abbaut und die Werte sich stabilisieren.
- Nach einem Wasserschaden ist die entscheidende Frage nicht, wie nass es heute ist, sondern ob die Kurve fällt. Eine einzelne Messung nach Abbau der Trocknungsgeräte beantwortet das nicht.
- MessreiheFrühwarnsystem
- Stoßlüften
- Kurzes Lüften mit ganz geöffnetem Fenster, bei dem die Raumluft schnell ausgetauscht wird, ohne dass die Wände stark auskühlen.
- Im Winter reichen dafür meist wenige Minuten. Stoßlüften ist wirksamer als ein dauerhaft gekipptes Fenster, weil viel Luft ausgetauscht wird und die Wände ihre Wärme behalten.
- QuerlüftenKipplüftungLuftwechsel
- Querlüften
- Lüften mit gleichzeitig geöffneten Fenstern auf gegenüberliegenden Seiten, sodass ein Durchzug entsteht.
- Querlüften tauscht die Luft einer Wohnung in besonders kurzer Zeit aus. Wo der Grundriss es zulässt, ist es die wirksamste Form, Feuchte hinauszubringen.
- StoßlüftenLuftwechsel
- Kipplüftung
- Lüften über ein dauerhaft gekipptes Fenster, bei dem nur wenig Luft ausgetauscht wird.
- Im Winter kühlt ein gekipptes Fenster vor allem Laibung und Sturz aus, und genau dort kann sich dann Feuchte niederschlagen. Im Keller bringt ein gekipptes Fenster im Sommer oft mehr Feuchte herein, als es abführt.
- StoßlüftenSommerkondensation
- Luftwechsel
- Der Austausch der verbrauchten, feuchten Raumluft gegen frische Außenluft.
- Nach einem Fenstertausch fällt der unkontrollierte Luftwechsel durch undichte Fugen weg. Die Feuchte bleibt dann länger im Raum, wenn nicht bewusst öfter gelüftet wird.
- StoßlüftenFeuchteeintrag
- Feuchteeintrag
- Die Menge an Wasser, die durch Atmen, Kochen, Duschen, Pflanzen oder Wäschetrocknen in die Raumluft gelangt.
- In einem bewohnten Haushalt kommen täglich mehrere Liter zusammen. Wie hoch der Eintrag ist, zeigt der Verlauf der absoluten Luftfeuchtigkeit: Steigt sie, ist tatsächlich Wasser in den Raum gekommen.
- Absolute LuftfeuchtigkeitLuftwechsel
- Heizverhalten
- Die Art, wie Räume beheizt werden — welche Räume, wie warm und wie stark die Temperatur zeitweise abgesenkt wird.
- Dauerhaft kalte, ungenutzte Räume sind besonders anfällig, weil ihre Wände auskühlen und feuchte Luft aus warmen Räumen dort kondensiert. Gleichmäßiges, gemäßigtes Heizen hält Oberflächen wärmer und damit weiter vom Taupunkt entfernt.
- OberflächentemperaturTaupunktabstand
- Feuchteschutz
- Die Gesamtheit der baulichen Vorkehrungen, die ein Gebäude vor Wasser aus Boden, Regen, Leitungen und Raumluft schützen.
- Im Bestand ist Feuchteschutz selten ein einzelnes Bauteil, sondern eine Kette aus Abdichtung, Sperre, intakter Fassade, Wärmeschutz und Lüftung. Fällt ein Glied aus oder wird eines verändert, etwa durch dichte Fenster, zeigt sich das oft erst im nächsten Winter.
- HorizontalsperreSchlagregenFugenluftwechsel
- Sensorik nach Maß
- Messtechnik, die für eine bestimmte Fragestellung in einem Gebäude ausgewählt oder angepasst aufgebaut wird, statt ein fertiges Gerät von der Stange zu nehmen.
- San-Care prüft solche Messaufgaben zuerst offen auf Machbarkeit und baut die Sensorik dann gemeinsam mit dem Entwicklungspartner smartenic auf. Ausgewertet wird in derselben Plattform wie das Feuchtemonitoring.
- MesskonzeptWandfeuchte-SondeIoT-Plattform
- Vergleichsmesspunkt
- Ein Messpunkt an einer unauffälligen Stelle, dessen Werte zeigen, was in diesem Gebäude normal ist.
- Ohne Vergleich lässt sich ein auffälliger Wert schwer einordnen. Ein Vergleichsmesspunkt in einem Raum ohne Beschwerden oder in der Raummitte macht sichtbar, ob eine Stelle aus dem Rahmen fällt oder das ganze Gebäude gerade feucht ist.
- MesspunktMesskonzept
05 — Schaden & Sanierung
Schaden & Sanierung
Die Begriffe, die nach einem Schaden fallen — vom Leitungswasserschaden über die Trocknung bis zur Maßnahme am Bauteil.
- Leitungswasserschaden
- Ein Schaden durch Wasser, das aus Leitungen, angeschlossenen Geräten oder Heizungsanlagen eines Gebäudes austritt.
- Leitungswasser ist in vielen Haushalts- und Gebäudeversicherungen eine eigene versicherte Gefahr, der genaue Umfang steht in den Bedingungen. Für die spätere Klärung zählt vor allem, wann der Austritt begann und wie schnell reagiert wurde.
- RohrbruchSchadenmeldungFolgeschaden
- Rohrbruch
- Ein Riss oder Bruch in einer wasserführenden Leitung, durch den Wasser unkontrolliert austritt.
- Ein Rohrbruch ist meist plötzlich und sichtbar, im Gegensatz zu einer schleichenden Undichtheit. Nach dem Absperren gehört das beschädigte Rohrstück aufbewahrt, bis die Versicherung es freigegeben hat.
- LeitungswasserschadenLeckageortung
- Folgeschaden
- Ein Schaden, der nicht unmittelbar beim Ereignis entsteht, sondern sich später daraus entwickelt, etwa Schimmel nach einem Wasserschaden.
- Folgeschäden entstehen häufig nach einer zu früh beendeten Trocknung, wenn Restfeuchte aus dem Bauteil nachkommt. Ob ein Folgeschaden versichert ist, hängt von Ursache und Bedingungen ab.
- RestfeuchteLeitungswasserschadenSchimmel
- Restfeuchte
- Die Feuchtigkeit, die nach einer Trocknung noch im Baustoff verblieben ist.
- Ob die Restfeuchte niedrig genug ist, wird im Bauteil gemessen und nicht nach Augenschein beurteilt. Eine trockene Oberfläche sagt über das Innere eines Estrichs oder einer Wand wenig aus.
- Technische TrocknungTrocknungskontrolle
- Technische Trocknung
- Das gezielte Entfeuchten von Räumen und Bauteilen mit Geräten wie Luftentfeuchtern oder Gebläsen nach einem Wasserschaden.
- Die technische Trocknung beginnt erst, wenn die Ursache behoben ist. Ihr Ende wird durch eine Messung der Restfeuchte festgestellt, nicht durch ein Datum.
- EstrichtrocknungRestfeuchte
- Estrichtrocknung
- Eine Trocknung, bei der Luft durch Bohrungen in die Dämmschicht unter dem Estrich geführt wird, um dort eingeschlossenes Wasser herauszuholen.
- Wasser unter dem Estrich trocknet ohne dieses Verfahren kaum ab und ist von oben nicht zu sehen. Die Estrichtrocknung dauert deshalb meist deutlich länger als die Trocknung einer Wandoberfläche.
- Technische TrocknungRestfeuchte
- Leckageortung
- Das Aufspüren einer undichten Stelle in einer Leitung, möglichst ohne Wände oder Böden großflächig zu öffnen.
- Fachfirmen arbeiten dafür etwa mit Druckprüfung, Thermografie, akustischer Ortung oder Tracergas. Die Ortung kommt vor der Trocknung, denn solange Wasser nachläuft, trocknet nichts dauerhaft.
- RohrbruchLeitungswasserschaden
- Horizontalsperre
- Eine waagrechte Sperrschicht im Mauerwerk, die Wasser aus dem Boden daran hindert, in der Wand nach oben zu steigen.
- Viele Altbauten wurden ohne Horizontalsperre errichtet oder haben eine, die nicht mehr wirkt. Nachträglich wird sie mechanisch, etwa durch Aufsägen und Einlegen einer Sperrbahn, oder durch Injektion eines Sperrmittels in Bohrlöcher hergestellt. Welches Verfahren passt, hängt von Mauerwerk, Durchfeuchtung und Salzbelastung ab.
- Aufsteigende FeuchteTrockenlegung
- Bauschädliche Salze
- Salze, die mit dem Wasser ins Mauerwerk gelangen, beim Verdunsten auskristallisieren und dabei Putz und Stein zerstören.
- Typisch sind Sulfate, Nitrate und Chloride. Viele dieser Salze ziehen Feuchte aus der Raumluft an, sodass eine Wand auch nach einer erfolgreichen Horizontalsperre feucht wirken kann. Deshalb gehört eine Salzanalyse vor die Wahl von Putz und Sanierverfahren.
- AusblühungSanierputz
- Ausblühung
- Ein weißer, kristalliner Belag an der Wandoberfläche, der entsteht, wenn Wasser verdunstet und die darin gelösten Salze zurückbleiben.
- Ausblühungen zeigen, wo Wasser das Mauerwerk verlässt, und sind ein typischer Hinweis auf aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchte. Sie werden häufig mit Schimmel verwechselt, sind aber mineralisch und lassen sich zwischen den Fingern zerreiben.
- Bauschädliche SalzeAufsteigende Feuchte
- Sanierputz
- Ein Putz mit großem Porenraum, der Salze in sich aufnimmt und Feuchte als Dampf abgibt, damit die Oberfläche trocken und fleckenfrei bleibt.
- Sanierputz behandelt die Oberfläche, nicht die Ursache: Ohne Sperre oder Abdichtung ist sein Porenraum irgendwann mit Salz gefüllt. Er ist deshalb Teil einer Sanierung und kein Ersatz dafür.
- Bauschädliche SalzeTrockenlegung
- Trockenlegung
- Alle Maßnahmen, mit denen ein durchfeuchtetes Mauerwerk dauerhaft von der Feuchtequelle getrennt und zum Austrocknen gebracht wird.
- Eine Trockenlegung besteht meist aus mehreren Bausteinen: Sperre gegen aufsteigende Feuchte, Abdichtung gegen seitlich eindringendes Wasser, Umgang mit Salzen und ein passender Putz. Das Mauerwerk trocknet danach langsam, oft über mehr als eine Heizperiode.
- HorizontalsperreSanierputzTrocknungskontrolle
- Innendämmung
- Eine Wärmedämmung, die an der Innenseite der Außenwand angebracht wird, wenn die Fassade nicht verändert werden kann oder darf.
- Im Gründerzeitbestand mit geschützter Fassade ist sie oft die einzige Möglichkeit, eine Außenwand zu dämmen. Sie macht die Bestandswand dahinter kälter und verschiebt damit die Stelle, an der Kondensat entstehen kann, in die Konstruktion — deshalb braucht sie eine sorgfältige Planung der Anschlüsse.
- KapillaraktivDampfbremseWärmebrücke
- Dampfbremse
- Eine Folie oder Schicht auf der warmen Seite eines Bauteils, die den Wasserdampf aus der Raumluft bremst, bevor er in die kalte Konstruktion gelangt.
- Eine Dampfbremse wirkt nur, wenn sie lückenlos und an allen Anschlüssen dicht ausgeführt ist. Feuchtevariable Dampfbremsen lassen im Sommer mehr Dampf durch als im Winter und erleichtern so das Austrocknen der Konstruktion zur Raumseite.
- sd-WertLuftdichtheit
- Materialfeuchte
- Die Menge Wasser, die in einem Baustoff selbst steckt, etwa in Mauerwerk, Putz oder Estrich, im Unterschied zur Feuchtigkeit der Raumluft.
- Materialfeuchte wird anders gemessen als Raumklima: durch Probenentnahme, mit Messgeräten an der Oberfläche oder mit Sonden im Bauteil. Nach einem Wasserschaden oder bei aufsteigender Feuchte ist sie oft die entscheidende Größe, die ein Raumklima-Messpunkt nicht erfasst.
- Wandfeuchte-SondeTrocknungskontrolleRelative Luftfeuchtigkeit
06 — Recht & Verwaltung
Recht & Verwaltung
Was Verwaltung, Eigentümer und Bewohner in Österreich im Zusammenhang mit Feuchte begegnet. Erklärt, nicht beraten.
- Mietrechtsgesetz (MRG)
- Das österreichische Gesetz, das für viele Mietwohnungen Mietzins, Erhaltung und Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter regelt.
- Das MRG gilt je nach Baujahr, Objektart und Finanzierung voll, teilweise oder gar nicht. Bei Feuchteschäden ist diese Einordnung der erste Schritt, weil § 3 MRG nur im Vollanwendungsbereich gilt und sonst vor allem § 1096 ABGB die Erhaltung regelt.
- ErhaltungspflichtAnzeigepflichtBetriebskosten
- Wohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG 2002)
- Das österreichische Gesetz, das regelt, wie Wohnungseigentum entsteht und wie die Eigentümer ein gemeinsames Haus verwalten und erhalten.
- Für Feuchteschäden entscheidend ist die Trennung zwischen allgemeinen Teilen, die die Gemeinschaft erhält, und dem einzelnen Wohnungseigentumsobjekt, das jeder Eigentümer selbst instand hält. Die Grenze verläuft nicht immer dort, wo man sie vermutet.
- Allgemeine TeileWohnungseigentumsobjektEigentümergemeinschaft
- Erhaltungspflicht
- Die Pflicht, ein Gebäude oder eine Wohnung in einem brauchbaren Zustand zu halten und Schäden zu beheben.
- Im Vollanwendungsbereich des MRG liegt sie für allgemeine Teile, ernste Schäden des Hauses und erhebliche Gesundheitsgefährdungen beim Vermieter, außerhalb davon gilt vor allem § 1096 ABGB; im Wohnungseigentum trägt die Gemeinschaft die allgemeinen Teile. Wer im Einzelfall zahlt, hängt bei Feuchte fast immer an der Ursache — und die lässt sich ohne Messdaten oft nur schwer eingrenzen.
- Mietrechtsgesetz (MRG)Ernste Schäden des HausesAllgemeine Teile
- Ernste Schäden des Hauses
- Schäden, die die Substanz des Gebäudes betreffen oder gefährden, etwa durchfeuchtetes Mauerwerk oder undichte Leitungen.
- Der Begriff stammt aus dem MRG und dem WEG 2002. Im Vollanwendungsbereich des MRG muss der Vermieter solche Schäden auch im Inneren einer Mietwohnung beheben, im Wohnungseigentum trägt die Gemeinschaft ihre Behebung auch in einem Wohnungseigentumsobjekt. Mieter müssen sie ohne Verzug melden, Mieter und Wohnungseigentümer den Zutritt zur Behebung gestatten.
- ErhaltungspflichtAnzeigepflicht
- Allgemeine Teile
- Die Teile eines Hauses, die allen dienen oder niemandem allein gehören können, etwa Dach, Fassade, Stiegenhaus und Hauptleitungen.
- Kommt Feuchtigkeit aus einem allgemeinen Teil, ist im Wohnungseigentum die Eigentümergemeinschaft für die Erhaltung zuständig. Bei Fenstern, Balkonen und Leitungsabschnitten ist die Zuordnung im Detail oft strittig.
- WohnungseigentumsobjektEigentümergemeinschaftWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG 2002)
- Wohnungseigentumsobjekt
- Die Wohnung, das Geschäftslokal oder der Stellplatz, an dem eine Person Wohnungseigentum hat und das sie allein nutzt.
- Das Innere des Objekts und die dafür bestimmten Einrichtungen wie Leitungen in der Wohnung, Heizung und Sanitäranlagen hält der jeweilige Eigentümer auf eigene Kosten instand; ernste Schäden des Hauses behebt die Gemeinschaft. Eine Feuchtestelle in der Wohnung sagt deshalb noch nichts darüber, wer zuständig ist — das hängt am Ursprung.
- Allgemeine TeileWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG 2002)
- Eigentümergemeinschaft
- Die Gesamtheit aller Wohnungseigentümer eines Hauses, die gemeinsam über Verwaltung und Erhaltung der Liegenschaft entscheidet.
- Sie trägt die Kosten für die allgemeinen Teile und für ernste Schäden des Hauses, meist aus der Rücklage, und entscheidet in der Regel mit Mehrheit. Damit eine Versammlung über einen Feuchteschaden entscheiden kann, braucht sie eine nachvollziehbare Darstellung der Ursache.
- RücklageAllgemeine TeileHausverwaltung
- Rücklage
- Das gemeinsame Ansparkonto der Wohnungseigentümer für künftige Ausgaben am Haus, etwa für Reparaturen und Sanierungen.
- Das WEG 2002 schreibt eine angemessene Rücklage vor. Weil sie begrenzt ist, wird über jede größere Entnahme diskutiert — eine sachlich begründete Sanierung lässt sich leichter beschließen als eine auf Verdacht.
- EigentümergemeinschaftWohnungseigentumsgesetz 2002 (WEG 2002)
- Mietzinsminderung
- Das Recht des Mieters, weniger Miete zu zahlen, solange die Wohnung ohne sein Verschulden nur eingeschränkt nutzbar ist.
- Die Minderung ergibt sich aus § 1096 ABGB und kann bei Wohnungen nicht im Voraus vertraglich ausgeschlossen werden. Bei Schimmel entfällt sie, wenn der Mieter den Mangel selbst verursacht hat; Beratungsstellen empfehlen deshalb, zunächst unter Vorbehalt weiterzuzahlen.
- ErhaltungspflichtAnzeigepflicht
- Anzeigepflicht
- Die Pflicht des Mieters, dem Vermieter Schäden ohne Verzug zu melden, deren Behebung Sache des Vermieters ist.
- Sie steht in § 1097 ABGB und für ernste Schäden des Hauses im Vollanwendungsbereich zusätzlich in § 8 Abs 1 MRG. Wer nicht meldet, riskiert Schadenersatz. Eine schriftliche Meldung mit Datum und Fotos macht zugleich nachvollziehbar, ab wann der Vermieter Bescheid wusste.
- Ernste Schäden des HausesMietzinsminderungBeweissicherung
- Hausverwaltung
- Das Unternehmen oder die Person, die ein Haus im Auftrag der Eigentümer verwaltet, von der Abrechnung bis zur Beauftragung von Reparaturen.
- Bei Feuchteschäden ist die Hausverwaltung die erste Anlaufstelle für Mieter und zugleich den Eigentümern verpflichtet. Im Wohnungseigentum muss sie nach § 20 WEG 2002 die gemeinsamen Interessen aller Eigentümer wahren und bis zum Ende jeder Abrechnungsperiode eine Vorausschau auf anstehende Erhaltungsarbeiten vorlegen.
- EigentümergemeinschaftAnzeigepflicht
- Informationspflicht nach DSGVO
- Die Pflicht, Menschen beim Erheben ihrer Daten zu sagen, wer die Daten verarbeitet, wozu, wie lange und welche Rechte sie haben.
- Sie steht in Art. 13 DSGVO. Messwerte, die einer bestimmten Wohnung zugeordnet sind, können sich auf die Bewohner beziehen; deshalb gehört vor jeder Sensormontage in Wohnungen eine verständliche Information dazu, bei San-Care zusätzlich die Zustimmung der Bewohner.
- HausverwaltungMesspunkt
- Betriebskosten
- Laufende Kosten für den Betrieb eines Hauses, die der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen auf die Mieter aufteilen darf.
- Im Vollanwendungsbereich des MRG legt § 21 Abs 1 MRG abschließend fest, welche Kosten dazugehören. Ob neue Posten wie ein Monitoring umgelegt werden dürfen, ist deshalb rechtlich im Einzelfall zu prüfen und nicht vorauszusetzen.
- Mietrechtsgesetz (MRG)Hausverwaltung
- Schadenmeldung
- Die Mitteilung an die Versicherung, dass ein Schaden eingetreten ist, samt den bekannten Umständen.
- In Österreich ist der Versicherungsfall nach § 33 VersVG unverzüglich anzuzeigen. Eine kurze Chronologie mit Uhrzeiten und Fotos macht die Meldung nachvollziehbar und erspart Rückfragen.
- ObliegenheitSchadenregulierung
- Obliegenheit
- Eine Verhaltensregel im Versicherungsvertrag, deren Verletzung den Versicherungsschutz ganz oder teilweise gefährden kann.
- Typische Obliegenheiten sind die unverzügliche Schadenmeldung, Auskunft an die Versicherung und Frostschutz in leerstehenden Räumen. Welche gelten, steht im konkreten Vertrag.
- SchadenminderungspflichtSchadenmeldung
- Schadenminderungspflicht
- Die Pflicht des Versicherungsnehmers, einen eingetretenen Schaden nach Möglichkeit abzuwenden oder kleiner zu halten.
- Im österreichischen Versicherungsvertragsrecht heißt sie auch Rettungspflicht und ist in § 62 VersVG geregelt. Nach einem Wasserschaden bedeutet das vor allem: Wasser abstellen, Gegenstände sichern, Fachfirma rufen.
- ObliegenheitFolgeschaden
- Gerichtssachverständiger
- Ein allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, der von einem Gericht bestellt werden kann, um eine Fachfrage zu beurteilen.
- In Österreich sind diese Sachverständigen in der Gerichtssachverständigenliste des Justizministeriums nach Fachgebieten eingetragen. Viele übernehmen auch private Aufträge, dann als Privatgutachten.
- SachverständigerBeweissicherung
- Schadenregulierung
- Die Bearbeitung eines gemeldeten Schadens durch die Versicherung, von der Prüfung der Deckung bis zur Entscheidung über die Leistung.
- Die Regulierung geht schneller, wenn Ursache und Verlauf nachvollziehbar dokumentiert sind. Ob und in welcher Höhe eine Versicherung leistet, entscheidet sie im Einzelfall.
- SchadenmeldungSachverständiger
Begriffe im Zusammenhang
- Schimmel in der MietwohnungWer ist bei Schimmel in der Mietwohnung verantwortlich?Lesen
- Taupunkt & TaupunktabstandWas ist der Taupunkt und was sagt der Taupunktabstand aus?Lesen
- Leitfaden für HausverwaltungenWie führt eine Hausverwaltung Feuchtemonitoring in einem Bestandsobjekt ein?Lesen
- LoRaWAN im BestandsgebäudeWarum funken Gebäudesensoren über LoRaWAN und nicht über WLAN?Lesen
- Trocknung nach WasserschadenWie überwacht man die Trocknung nach einem Wasserschaden?Lesen
- Feuchteschaden dokumentierenWie dokumentiert man Schimmel oder Feuchte in einer Wohnung?Lesen
- Ab welcher Feuchte Schimmel entstehtAb wieviel Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel in der Wohnung?Lesen
- Ideale LuftfeuchtigkeitWelche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung normal?Lesen
- Kondenswasser am FensterWarum sind die Fenster in der Früh innen nass?Lesen
Nächster Schritt
Reden wir über Ihr Objekt.
Zwanzig Minuten genügen, um zu klären, ob und wie sich Ihre Fragestellung messen lässt. Wenn es nicht sinnvoll ist, sagen wir das — bevor ein Angebot entsteht.
- rasch und persönlich
- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich