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79 — Wissen

Hygrometer zeigt 70 Prozent: Was bei zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu tun ist

Das Hygrometer am Regal zeigt 70 Prozent, und plötzlich ist die Frage da: Ist das gefährlich? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie lange der Wert anhält, wie warm der Raum ist und wie kalt die Wände sind.

Fachlich geprüft, Stand 7. Oktober 2026. Gilt für Bestandsobjekte in Wien und Niederösterreich.

Was bedeuten 70 Prozent auf dem Hygrometer?

Für Wohnräume gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent als üblich, im Winter eher im unteren Bereich. 70 Prozent liegen darüber. Nach dem Duschen, beim Kochen oder am Morgen im Schlafzimmer ist das normal, solange der Wert innerhalb einiger Stunden wieder sinkt.

Entscheidend ist nicht die Raumluft, sondern was sie an der kältesten Oberfläche bewirkt. Bei 20 °C und 70 Prozent liegt der Taupunkt bei rund 14 °C. Eine Außenecke, die im Winter 16 °C hat, kommt dann an ihrer Oberfläche auf rund 90 Prozent relative Feuchte. Als bauphysikalischer Richtwert gilt, dass ab rund 80 Prozent an der Oberfläche über längere Zeit mit Schimmelwachstum zu rechnen ist.

Was hilft sofort?

Kurzfristig geht es darum, die feuchte Luft gegen trockenere Außenluft zu tauschen und die Oberflächen warm zu halten. Kalte Außenluft enthält im Winter wenig Wasserdampf; wird sie im Raum erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte deutlich.

Erste Schritte bei anhaltend hohen Werten

  • Mehrmals täglich stoßlüften, möglichst mit Durchzug, statt das Fenster dauerhaft zu kippen
  • Direkt nach Duschen, Kochen und Wäschewaschen lüften, Türen zu diesen Räumen geschlossen halten
  • Wäsche nicht im Wohnraum trocknen, wenn es sich vermeiden lässt
  • Alle Räume gleichmäßig beheizen, auch wenig genutzte
  • Möbel an Außenwänden einige Zentimeter abrücken, damit Raumluft die Wand erreicht
  • Hygrometer nicht direkt neben Herd, Dusche oder Fenster aufstellen, sonst zeigt es Spitzen statt des Raumzustands

Wann liegt es nicht am Lüften?

Sinkt die Feuchte nach dem Lüften kurz ab und steigt dann ohne erkennbare Quelle rasch wieder an, kommt das Wasser möglicherweise nicht aus dem Alltag. In Frage kommen eine feuchte Wand, die Wasser an die Raumluft abgibt, ein undichter Anschluss, ein Leitungsschaden oder ein feuchter Boden über einem Keller.

Ein Hinweis liefert die absolute Luftfeuchtigkeit, also die Wassermenge pro Kubikmeter Luft. Steigt sie im Raum dauerhaft über die der Außenluft, obwohl niemand duscht, kocht oder Wäsche trocknet, sollte die Ursache fachlich geprüft werden.

BeobachtungSpricht eher fürNächster Schritt
Spitzen nach Duschen oder Kochen, danach rascher AbfallNormale NutzungLüftungsgewohnheiten beibehalten
Morgens hoch im Schlafzimmer, tagsüber normalNutzung bei geschlossener TürMorgens stoßlüften, Tür tagsüber offen
Dauerhaft hoch, auch nach Lüften und ohne FeuchtequelleFeuchte aus dem Bauteil oder LeitungsschadenVerwaltung oder Eigentümer informieren, fachliche Prüfung
Nur in einem Raum hoch, Rest der Wohnung unauffälligLokale Quelle oder kaltes BauteilRaum gezielt über Wochen beobachten
Muster sind Hinweise, keine Diagnose. Die Ursache beurteilt die fachliche Prüfung vor Ort.

Warum ein Verlauf mehr sagt als ein Blick aufs Display

Ein Hygrometer zeigt den Moment, und meist an einer Stelle mitten im Raum. Ob die Feuchte über Nacht abgebaut wird, ob sie an der kalten Außenecke kritisch wird und ob sich die Lage mit dem ersten Frost verschärft, sieht man nur in einer Messreihe über Wochen.

San-Care setzt dafür batteriebetriebene Messpunkte direkt an die kritischen Stellen, etwa an die Außenecke oder hinter den Kasten. Sie messen alle 15 Minuten Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, daraus berechnet die Plattform den Taupunkt. Die Daten laufen über LoRaWAN an eine Basis im Haus, das WLAN der Bewohner wird nicht gebraucht. Eine Risikoampel und der Monatsreport ordnen die Verläufe ein.

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Begriffe in diesem Text

Kurz erklärt.

Relative Luftfeuchtigkeit
Der Anteil an Wasserdampf in der Luft, angegeben in Prozent dessen, was die Luft bei dieser Temperatur maximal aufnehmen kann.
Absolute Luftfeuchtigkeit
Die tatsächliche Menge Wasserdampf in der Luft, angegeben in Gramm je Kubikmeter — unabhängig von der Temperatur.
Hygrometer
Ein Messgerät, das die relative Luftfeuchtigkeit anzeigt, meist zusammen mit der Temperatur.
Taupunkt
Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser sich niederschlägt.
Kritische Oberflächenfeuchte
Der in der Bauphysik übliche Richtwert, ab dem an einer Bauteiloberfläche mit Schimmelwachstum zu rechnen ist: rund 80 Prozent relative Feuchte über einen längeren Zeitraum.
Stoßlüften
Kurzes Lüften mit ganz geöffnetem Fenster, bei dem die Raumluft schnell ausgetauscht wird, ohne dass die Wände stark auskühlen.

Vollständiges Glossar

Häufige Fragen

Was dazu gefragt wird.

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Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich