74 — Wissen
Nach Hochwasser oder Starkregen: wie lange Wände feucht bleiben und was zu tun ist
Hochwasser trifft in Niederösterreich immer wieder ganze Orte, Starkregen auch einzelne Straßen in Wien. Wenn das Wasser weg ist, beginnt die längere Phase: Die Wände müssen trocknen, und zwar gründlich, bevor neu verputzt, gemalt oder eingerichtet wird.
Was ist in den ersten Tagen zu tun?
Sicherheit geht vor: Strom in betroffenen Bereichen abschalten lassen, Heizungs- und Gasanlagen prüfen lassen, bevor sie wieder in Betrieb gehen. Hochwasser ist häufig mit Abwasser, Heizöl oder Schlamm verunreinigt; wer aufräumt, sollte Handschuhe und Schutzkleidung tragen.
Dann den Schaden festhalten, bevor etwas entsorgt wird: Fotos und Videos mit Datum, Wasserstand an den Wänden markieren, beschädigte Gegenstände auflisten. Versicherung und, in einem Mehrparteienhaus, die Hausverwaltung möglichst rasch informieren. Durchnässte Dämmung, Gipskarton, Teppiche und Polstermöbel lassen sich meist nicht mehr retten und halten Feuchte im Raum.
Warum bleiben Wände nach Hochwasser so lange feucht?
Steht Wasser an einer Wand, saugt das Mauerwerk es kapillar auf, oft weit über den sichtbaren Wasserstand hinaus. Ziegel und Mörtel geben diese Feuchte nur langsam wieder ab, und zwar über die Oberfläche. Je dicker die Wand und je länger die Überflutung, desto länger dauert es.
Dazu kommen Bauteile, die Wasser einschließen: Estrich mit Dämmung darunter, Vorsatzschalen, Holzböden. Dort trocknet es ohne technische Hilfe kaum ab. Zusätzlich bringt Hochwasser oft Salze und Schmutz ins Mauerwerk, die später als Ausblühungen an die Oberfläche wandern und den Putz schädigen können.
Wovon die Trocknungsdauer abhängt
- Dauer der Überflutung und Höhe des Wasserstands
- Material und Dicke der Wände
- Aufbau des Bodens: Estrich, Dämmung, Belag
- Ob technisch getrocknet wird und wie
- Jahreszeit und Feuchte der Außenluft
- Ob Grundwasser oder Hangwasser weiter nachdrückt
Wie wird richtig getrocknet?
Für Wände und Böden, die länger unter Wasser standen, ist eine technische Trocknung durch eine Fachfirma der übliche Weg. Bautrockner entziehen der Raumluft Feuchte, Dämmschichttrockner trocknen den Hohlraum unter dem Estrich. Die Fachfirma misst dabei die Materialfeuchte und entscheidet, wann die Trocknung abgeschlossen ist.
Lüften allein reicht im Keller selten und kann im Sommer sogar schaden, weil warme Außenluft an den kühlen Kellerwänden kondensiert. Heizen beschleunigt die Trocknung nur, wenn die feuchte Luft auch abgeführt wird.
Woran erkennt man, dass das Gebäude trocken bleibt?
Das Ende der technischen Trocknung ist nicht das Ende der Frage. Mauerwerk kann noch Restfeuchte enthalten, Salze können nachwandern, und im ersten Sommer kann es im Keller zu Sommerkondensation kommen. Ob sich das Raumklima stabil verhält, zeigt erst die Beobachtung über Wochen und Monate.
Typische Warnzeichen nach der Trocknung sind wieder steigende Luftfeuchte in Keller oder Erdgeschoß ohne erkennbare Nutzung, muffiger Geruch, neue Flecken oder Ausblühungen in der Sockelzone. Treten sie auf, sollte die Fachfirma erneut prüfen, bevor saniert wird.
Was San-Care nach einem Hochwasser beiträgt
San-Care misst in Wien und Niederösterreich mit batteriebetriebenen Messpunkten in Keller und Erdgeschoß alle 15 Minuten Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit und berechnet daraus Taupunkt und Schimmelrisiko-Index. Eine netzbetriebene Basis je Objekt empfängt die Daten über LoRaWAN; das WLAN der Bewohner wird nicht gebraucht. Die Risikoampel von Grün bis Rot zeigt auf einen Blick, wo es kritisch wird.
Die Messpunkte erfassen das Raumklima, nicht die Feuchte im Mauerwerk; die Materialfeuchte bleibt Aufgabe der Trocknungsfirma. Zusammen ergibt sich ein vollständiges Bild: Die Fachfirma bestätigt, dass die Bauteile trocken sind, die laufende Messung dokumentiert, ob das Raumklima danach stabil bleibt. Der Monatsreport und der CSV-Export der Messdaten stehen für Sachverständige und Versicherung zur Verfügung.
Schritt für Schritt
Nach Hochwasser oder Starkregen im eigenen Haus vorgehen
Die Reihenfolge der ersten Schritte für Bewohner und Eigentümer, wenn Keller oder Erdgeschoß unter Wasser standen. Sie ersetzt nicht die Anweisungen von Einsatzkräften, Versicherung und Fachfirmen.
Sicherheit herstellen
Strom in betroffenen Bereichen abschalten lassen und Heizungs- und Gasanlagen vor der Wiederinbetriebnahme prüfen lassen. Verunreinigtes Wasser nicht ohne Schutzkleidung berühren.
Schaden festhalten
Fotos und Videos mit Datum machen, den Wasserstand an den Wänden markieren und beschädigte Gegenstände auflisten, bevor etwas entsorgt wird.
Melden
Versicherung und in einem Mehrparteienhaus die Hausverwaltung möglichst rasch informieren und deren Vorgaben zum weiteren Vorgehen einholen.
Ausräumen
Durchnässte Dämmung, Gipskarton, Teppiche und Polstermöbel nach Rücksprache mit der Versicherung und nach der Dokumentation entfernen, damit die Bauteile abtrocknen können.
Technisch trocknen lassen
Eine Fachfirma mit der Trocknung beauftragen, die die Materialfeuchte misst und das Ende der Trocknung feststellt.
Erst nach Nachkontrolle sanieren
Mit Putz, Farbe und neuen Böden warten, bis die Bauteile trocken sind und das Raumklima über einige Wochen stabil bleibt.
- Handy oder Kamera für Fotos mit Datum
- Handschuhe und Schutzkleidung
- Kontaktdaten von Versicherung und gegebenenfalls Hausverwaltung
Begriffe in diesem Text
Kurz erklärt.
- Technische Trocknung
- Das gezielte Entfeuchten von Räumen und Bauteilen mit Geräten wie Luftentfeuchtern oder Gebläsen nach einem Wasserschaden.
- Restfeuchte
- Die Feuchtigkeit, die nach einer Trocknung noch im Baustoff verblieben ist.
- Estrichtrocknung
- Eine Trocknung, bei der Luft durch Bohrungen in die Dämmschicht unter dem Estrich geführt wird, um dort eingeschlossenes Wasser herauszuholen.
- Trocknungskontrolle
- Die durchgehende Überwachung, ob sich Feuchte nach einem Wasserschaden tatsächlich abbaut und die Werte sich stabilisieren.
- Materialfeuchte
- Die Menge Wasser, die in einem Baustoff selbst steckt, etwa in Mauerwerk, Putz oder Estrich, im Unterschied zur Feuchtigkeit der Raumluft.
- Sommerkondensation
- Feuchte, die sich im Sommer in kühlen Räumen wie Kellern niederschlägt, wenn warme, wasserreiche Außenluft an kalten Wänden abkühlt.
Häufige Fragen
Was dazu gefragt wird.
Pilot-Angebot
Messwerte, die den Verlauf dokumentieren.
Der Pilot dokumentiert die Raumbedingungen in einem betroffenen Objekt über 3 Monate. Die Bewertung des Schadens bleibt beim Sachverständigen.
990 € einmalig, oder 390 €/Monat
- 10 Messpunkte
- 1 Objekt
- 3 Monate Laufzeit
- Monatsreport
- Einfache Alerts
Passende Leistungen
- Feuchte- und SchimmelmonitoringFeuchte, Temperatur und Taupunkt — alle 15 Minuten, über Monate, zeitgestempelt.Ansehen
- Individuelle Messaufgaben und Sensorik nach MaßWenn die Frage eine andere ist, bauen wir die Messung dazu.Ansehen
- Plattform, Reports und BewertungZahlen allein helfen niemandem. Wir sagen Ihnen, was sie bedeuten.Ansehen
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Nächster Schritt
Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.
Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.
- rasch und persönlich
- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich