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70 — Wissen

Souterrain- und Kellerwohnung: warum sie feucht werden und was hilft

Souterrainwohnungen sind günstig und oft hell genug, aber sie haben eine Eigenheit: Sie werden nicht nur im Winter feucht, sondern gerade im Sommer. Wer das nicht weiß, lüftet an heißen Tagen und macht es damit schlimmer.

Fachlich geprüft, Stand 7. Oktober 2026. Gilt für Bestandsobjekte in Wien und Niederösterreich.

Warum neigen Souterrainwohnungen zu Feuchte?

Wände, die an Erdreich grenzen, haben übers Jahr eine relativ gleichmäßige, kühle Temperatur. Im Winter ist das ein Vorteil gegenüber einer frei stehenden Außenwand, im Sommer ein Nachteil: Die Wand ist dann deutlich kühler als die Außenluft.

Dazu kommt, dass im Bestand viele erdberührte Wände nie gegen Feuchte von außen abgedichtet wurden oder die Abdichtung nicht mehr wirkt. Wasser aus dem Erdreich, Hangwasser oder Regenwasser, das am Haus versickert, kann dann durch die Wand nach innen gelangen. Kellerwohnungen, die nachträglich ausgebaut wurden, haben oft zusätzlich wenige und kleine Fenster, was den Luftaustausch erschwert.

Warum ist es im Sommer feuchter als im Winter?

Warme Sommerluft kann viel Wasserdampf tragen. Kommt sie beim Lüften in den Raum und trifft auf die kühle erdberührte Wand, kühlt sie sich dort ab. Die relative Feuchte an der Wandoberfläche steigt, im ungünstigen Fall bis zum Taupunkt, und Wasser schlägt sich nieder. Das nennt man Sommerkondensation.

Für den Alltag heißt das: In einer Souterrainwohnung ist Lüften an schwülen Nachmittagen oft kontraproduktiv. Günstiger sind die kühlen Morgen- und Nachtstunden, wenn die Außenluft weniger Wasserdampf enthält. Ob das im konkreten Fall reicht, lässt sich mit einem Vergleich von Taupunkt außen und Oberflächentemperatur innen abschätzen.

Kondensat oder eindringendes Wasser: wie unterscheidet man das?

Kondensat folgt dem Wetter und dem Lüften: Es steigt an schwülen Tagen und nach dem Lüften mit feuchter Luft, es sinkt in trockenen Phasen. Eindringende Feuchte hängt eher an Niederschlag und Grundwasserständen, sie zeigt sich nach längeren Regenperioden und bleibt auch dann bestehen, wenn die Luft im Raum trocken gehalten wird.

Im Verlauf der absoluten Luftfeuchtigkeit im Raum lassen sich die beiden Fälle oft gut trennen. Steigt sie nach Regenperioden, ohne dass mehr gelüftet oder mehr Wasser im Raum verbraucht wurde, spricht das eher für Feuchte aus dem Bauteil. Folgt sie dagegen der Außenluft beim Lüften, ist Kondensat die naheliegende Erklärung.

BeobachtungSpricht eher für
Feuchte steigt an schwülen Tagen nach dem LüftenSommerkondensation
Feuchte steigt nach längerem Regen, unabhängig vom LüftenEindringende Feuchte von außen
Feuchterand an der erdberührten Wand, ganzjährigFehlende oder schadhafte Abdichtung
Spitzen nach Duschen und Kochen, die rasch abfallenNormale Nutzung
Hinweise aus dem Verlauf ersetzen keine Prüfung vor Ort. Die Abdichtung erdberührter Bauteile beurteilt eine Fachfirma.

Was hilft im Alltag?

Einige Maßnahmen lassen sich ohne Umbau umsetzen. Sie ändern nichts an einer schadhaften Abdichtung, verringern aber das Risiko an den kühlen Flächen.

  • Im Sommer zu kühlen Tageszeiten lüften, an schwülen Nachmittagen die Fenster geschlossen halten
  • Möbel mit Abstand zu den erdberührten Wänden aufstellen
  • Keine Wäsche in der Wohnung trocknen, wenn sie nicht gut belüftet werden kann
  • Die Wohnung auch im Sommer nicht völlig auskühlen lassen, wenn die Wände dauerhaft kalt sind
  • Einen Luftentfeuchter gezielt einsetzen, wenn die Messung zeigt, dass Lüften allein nicht reicht

Wie eine Messung über das Jahr die Lage klärt

Weil sich Souterrainwohnungen im Sommer und im Winter unterschiedlich verhalten, sagt eine Messung über wenige Tage wenig aus. San-Care misst mit batteriebetriebenen Messpunkten an der erdberührten Wand und im Raum alle 15 Minuten Temperatur und Luftfeuchte, berechnet Taupunkt und Schimmelrisiko-Index und stellt die Werte in einer Risikoampel von Grün bis Rot dar. Ob die Funkstrecke aus dem Kellergeschoß zur Basis im Haus trägt, wird bei der Montage abgenommen.

Der Verlauf über die Jahreszeiten zeigt, ob Kondensat oder eindringende Feuchte überwiegt und ob geänderte Lüftungsgewohnheiten tatsächlich wirken. Messpunkte erfassen dabei das Raumklima an der Oberfläche, nicht die Feuchte im Mauerwerk; ob eine Abdichtung nötig ist, beurteilt eine Fachfirma auf dieser Grundlage. Die Messpunkte haben keine Kamera, kein Mikrofon und keine Anwesenheitserkennung, gemessen wird mit Zustimmung der Bewohner.

Begriffe in diesem Text

Kurz erklärt.

Sommerkondensation
Feuchte, die sich im Sommer in kühlen Räumen wie Kellern niederschlägt, wenn warme, wasserreiche Außenluft an kalten Wänden abkühlt.
Taupunkt
Die Temperatur, bei der die Luft ihre Feuchtigkeit nicht mehr halten kann und Wasser sich niederschlägt.
Absolute Luftfeuchtigkeit
Die tatsächliche Menge Wasserdampf in der Luft, angegeben in Gramm je Kubikmeter — unabhängig von der Temperatur.
Oberflächentemperatur
Die Temperatur der Wand- oder Bauteiloberfläche selbst, die deutlich unter der Temperatur der Raumluft liegen kann.
LoRaWAN
Ein Funkstandard für kleine Datenmengen über große Distanzen bei sehr geringem Stromverbrauch.
Materialfeuchte
Die Menge Wasser, die in einem Baustoff selbst steckt, etwa in Mauerwerk, Putz oder Estrich, im Unterschied zur Feuchtigkeit der Raumluft.

Vollständiges Glossar

Häufige Fragen

Was dazu gefragt wird.

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Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich