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12 — Wissen

Schimmel in der Wohnung: wie ernst ist das und was ist zu tun?

Die Sorge ist berechtigt, die Panik meistens nicht. Wichtiger als die Frage, wie gefährlich ein Fleck ist, ist die Frage, warum er entstanden ist — denn wer nur die Oberfläche reinigt, sieht ihn im nächsten Winter wieder.

Fachlich geprüft, Stand 28. September 2026. Gilt für Bestandsobjekte in Wien und Niederösterreich.

Wie ernst ist Schimmel in der Wohnung zu nehmen?

Schimmelpilze geben Sporen und weitere Stoffe an die Raumluft ab. Gesundheitsbehörden empfehlen allgemein, Schimmelbefall in Innenräumen nicht zu tolerieren, unabhängig von der Art des Pilzes. Wie stark jemand reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Menschen mit Allergien, Atemwegserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen und kleine Kinder gelten als empfindlicher.

Eine medizinische Beurteilung kann und soll ein Wissensartikel nicht leisten. Bei Beschwerden, die mit Schimmel in der Wohnung in Verbindung gebracht werden, ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg.

Aus Sicht des Gebäudes ist Schimmel vor allem ein Anzeiger. Er zeigt, dass an einer Stelle über längere Zeit zu viel Feuchte war. Diese Feuchte kann auch Putz, Tapeten, Holz und Dämmstoffe schädigen, unabhängig davon, ob der Befall selbst groß oder klein ist. Ein sichtbarer Fleck ist deshalb auch dann ein Anlass zu handeln, wenn niemand im Haushalt Beschwerden hat.

Nicht jeder Befall ist sichtbar. Muffiger Geruch in einem Raum, hinter Verkleidungen oder in Kästen kann ein Hinweis auf verdeckten Befall sein. In solchen Fällen ist eine fachliche Untersuchung sinnvoll, bevor Verkleidungen geöffnet oder Möbel entsorgt werden.

Was sollte man als Erstes tun?

Der erste Impuls ist, den Fleck wegzuwischen. Verständlich, aber in der falschen Reihenfolge. Bevor irgendetwas entfernt wird, sollte der Zustand festgehalten werden: Fotos mit Datum, eine Notiz zu Ort und Größe, bei Mietverhältnissen eine zeitnahe Meldung an Vermieter oder Hausverwaltung. Später fragt fast immer jemand, wie es vorher aussah.

Danach geht es darum, die Ursache einzugrenzen. Schimmel ist das Symptom, die Feuchte die Ursache. Solange sie nicht bekannt ist, bleibt jede Reinigung eine Zwischenlösung.

Für Hausverwaltungen gilt dasselbe in größerem Maßstab. Eine Meldung aus einer Wohnung ist oft der erste sichtbare Fall eines Musters, das mehrere Einheiten betrifft — etwa dieselbe Außenecke in übereinanderliegenden Geschoßen. Wer beim ersten Fall festhält, wann, wo und in welchem Ausmaß der Befall gemeldet wurde, hat bei weiteren Fällen eine Vergleichsbasis.

Sofort sinnvoll

  • Befall mit Datum fotografieren und Ort, Größe und Material notieren
  • Bei Mietwohnungen Vermieter oder Hausverwaltung zeitnah informieren
  • Betroffene Stellen nicht trocken abbürsten, um keine Sporen aufzuwirbeln
  • Lüften und Heizen überprüfen, Möbel von der betroffenen Wand abrücken
  • Bei größerem Befall oder Beschwerden fachliche und ärztliche Beratung einholen

Warum ist die Ursachenklärung wichtiger als die Reinigung?

Als Ursachen kommen im Wesentlichen drei Gruppen in Frage: nutzungsbedingte Feuchte aus Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und zu wenig Lüften; bauteilbedingte Feuchte durch kalte Oberflächen an Wärmebrücken oder durch schadhafte Bauteile; und eindringendes Wasser durch Leitungsschäden, undichte Dächer oder aufsteigende Feuchte. Oft wirken mehrere Einflüsse zusammen.

Welche Ursache vorliegt, entscheidet über die richtige Maßnahme. Ein Leitungsschaden braucht eine Reparatur, eine Wärmebrücke eine bauliche Lösung, nutzungsbedingte Feuchte eine Änderung im Lüften und Heizen. Wer die Oberfläche saniert, ohne die Ursache zu kennen, repariert das Symptom.

In der Praxis ist die Ursache selten auf den ersten Blick eindeutig, und Beteiligte haben oft unterschiedliche Erinnerungen an das, was passiert ist. Ein zeitgestempelter Verlauf von Temperatur, Feuchte und Taupunkt über mehrere Wochen grenzt die Ursache sachlich ein, weil sich Nutzung, Bauteil und Wassereintritt in den Messreihen unterschiedlich zeigen.

Darf man Schimmel selbst entfernen?

Ob ein kleiner, oberflächlicher Befall selbst behandelt werden kann oder eine Fachfirma nötig ist, hängt von Größe, Untergrund und Ursache ab. Bei größeren Flächen, bei Befall in Bauteilen, nach Wasserschäden oder wenn empfindliche Personen im Haushalt leben, ist eine fachliche Sanierung angeraten. Auch bei kleinen Flächen gilt: Ohne geklärte Ursache kommt der Befall häufig wieder.

San-Care ist keine Sanierungsfirma. Das Unternehmen bringt rund 30 Jahre Sanierungserfahrung als Praxisperspektive ein und konzentriert sich heute auf die Messung: vor einer Sanierung, um die Ursache einzugrenzen, und danach, um zu dokumentieren, ob sich die Bedingungen an der Stelle tatsächlich verbessert haben.

Wie erkennt man, ob das Problem wirklich behoben ist?

Nach einer Sanierung sieht die Wand sauber aus. Ob sie es im nächsten Winter bleibt, zeigt sich erst, wenn die kalte Jahreszeit kommt. Eine Messung an der sanierten Stelle über die Heizperiode macht sichtbar, ob die Oberfläche jetzt ausreichend Abstand zum Taupunkt hält.

San-Care setzt dafür in Bestandsobjekten in Wien und Niederösterreich Messpunkte ein, die alle 15 Minuten messen und über LoRaWAN an eine Basisstation im Objekt funken. Die Plattform meldet anhaltend kritische Bedingungen per Alert, ein Monatsreport ordnet die Verläufe fachlich ein. Die Messpunkte haben keine Kamera, kein Mikrofon und keine Anwesenheitserkennung.

Schritt für Schritt

Vorgehen bei Schimmel in der Wohnung

Die sinnvolle Reihenfolge von der ersten Entdeckung bis zur Kontrolle nach der Sanierung.

  1. Zustand festhalten

    Befall mit Datum fotografieren, Ort, Größe und Untergrund notieren. Bei Mietwohnungen Vermieter oder Hausverwaltung zeitnah informieren.

  2. Gesundheit abklären

    Bei Beschwerden oder empfindlichen Personen im Haushalt ärztlichen Rat einholen.

  3. Sofortmaßnahmen

    Lüften und Heizen überprüfen, Möbel von der betroffenen Wand abrücken, befallene Stellen nicht trocken abbürsten.

  4. Ursache eingrenzen

    Die fachliche Prüfung vor Ort klärt, ob Nutzung, Bauteil oder Wassereintritt ursächlich sind. Eine Messreihe über mehrere Wochen liefert dafür die Datengrundlage.

  5. Sanieren

    Die Ursache beheben und den Befall fachgerecht entfernen lassen, bei größeren Flächen durch eine Fachfirma.

  6. Wirkung kontrollieren

    Die sanierte Stelle über die nächste Heizperiode beobachten, am besten mit einer durchgehenden Messung.

Begriffe in diesem Text

Kurz erklärt.

Schimmel
Ein Pilzbefall auf Bauteiloberflächen, der entsteht, wenn dort über längere Zeit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Schimmelsporen
Winzige Keime, über die sich Schimmelpilze verbreiten und die in praktisch jeder Innen- und Außenluft vorkommen.
Feuchteeintrag
Die Menge an Wasser, die durch Atmen, Kochen, Duschen, Pflanzen oder Wäschetrocknen in die Raumluft gelangt.
Beweissicherung
Das Festhalten eines Zustands in einer Form, die später nachvollziehbar bleibt — bei Feuchte durch zeitgestempelte Messreihen statt durch Erinnerung.
Sachverständiger
Eine fachlich qualifizierte Person, die den Zustand eines Bauteils beurteilt und daraus eine gutachterliche Bewertung ableitet.

Vollständiges Glossar

Häufige Fragen

Was dazu gefragt wird.

Nächster Schritt

Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.

Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.

Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich