43 — Wissen
Feuchtemonitoring-Anbieter auswählen: die Kriterien für Hausverwaltungen
Messgeräte, die Temperatur und Luftfeuchte erfassen, gibt es viele. Ob daraus im Verwaltungsalltag etwas Brauchbares wird, entscheidet sich an Punkten, die in keinem Datenblatt ganz oben stehen: wo gemessen wird, was mit einem Alarm passiert und wem die Daten am Ende gehören.
Welche Kriterien zählen und was sollte man fragen?
Auf dem Datenblatt stehen Messbereich und Genauigkeit. Beides ist wichtig, trennt aber selten gute von ungeeigneten Lösungen, weil die meisten Sensoren für Raumklima in einem ähnlichen Bereich liegen. Den Unterschied machen das Messkonzept, der Betrieb über Jahre und der Umgang mit den Daten.
In der Praxis zeigt sich: Ein System, das technisch einwandfrei misst, kann für eine Hausverwaltung trotzdem nutzlos sein — wenn der Sensor in der Raummitte hängt, wenn jede Dusche einen Alarm auslöst oder wenn die Daten nach Vertragsende weg sind.
Die Tabelle fasst die Kriterien zusammen, die sich in Bestandsobjekten als entscheidend erwiesen haben, jeweils mit der Frage, die Sie einem Anbieter stellen können, und der Einordnung von San-Care.
| Kriterium | Worauf achten | Frage an den Anbieter | San-Care |
|---|---|---|---|
| Messintervall | Kurz genug, um Dauer und Verlauf kritischer Zustände zu erfassen | Wie oft wird gemessen und übertragen? | Alle 15 Minuten |
| Messort | An der kältesten Stelle, nicht in der Raummitte | Wer legt die Positionen fest, und nach welchem Kriterium? | Festgelegt nach Begehung an Außenecken, Laibungen, hinter Einbauten |
| Funk | Unabhängig vom WLAN der Mieter | Welche Infrastruktur braucht das System in der Wohnung? | LoRaWAN, eine netzbetriebene Basisstation je Objekt, kein Mieter-WLAN |
| Batterielaufzeit | Wenige Wohnungstermine über die Laufzeit | Wie lange halten die Batterien, und wer tauscht sie? | Rund fünf Jahre |
| Datenschutz und Serverstandort | Nur Raumklima, keine personenbezogenen Zusatzsensoren | Wo liegen die Server, was wird erfasst? | Server in Europa; keine Kamera, kein Mikrofon, keine Anwesenheitserkennung |
| Datenhoheit | Daten bleiben nach Vertragsende verfügbar | Wem gehören die Messdaten, was passiert nach dem Ende? | Daten gehören dem Objekt, bleiben nach Vertragsende erhalten |
| Fachliche Einordnung | Aussagen in Worten, nicht nur Kurven | Wer bewertet die Werte, und in welcher Form? | Monatsreport als PDF mit fachlicher Einordnung |
| Montage | Klare Verantwortung vor Ort | Wer montiert — eigenes Personal oder Subunternehmer? | Eigenes Team, ohne Subunternehmer |
| Alarm-Logik | Mindestdauer statt Alarm bei jedem Ausreißer | Lassen sich Grenzwerte, Dauer und Empfänger festlegen? | Alarmregeln mit Mindestdauer und Hysterese, auch bei Funkausfall |
| Export | Rohdaten für eigene Auswertung oder Sachverständige | In welchem Format lassen sich die Daten exportieren? | CSV-Export je Messpunkt, Schnittstelle mit API-Schlüssel |
| Rollen und Mieterzugang | Abgestufte Rechte, Bewohner sehen nur ihre Wohnung | Wer sieht was? | Rollen für Verwalten, Bearbeiten, Lesen; Bewohnerzugang auf Wunsch nur für die eigene Wohnung |
Warum sind Messintervall und Messort so wichtig?
Schimmel entsteht nicht durch einen einzelnen hohen Wert, sondern durch Feuchte, die über längere Zeit an einer Oberfläche anhält. In der Bauphysik gilt eine relative Feuchte von rund 80 Prozent an der Bauteiloberfläche über mehrere Tage als kritisch. Um diese Dauer zu erfassen, braucht es ein Messintervall, das auch kurze Nutzungsspitzen von langen Phasen unterscheidet.
Noch wichtiger ist der Ort. Ein Sensor in der Raummitte misst korrekt und beantwortet trotzdem die falsche Frage, weil die Außenecke deutlich kälter sein kann als die Raumluft. Fragen Sie deshalb, ob der Anbieter vor der Montage begeht und die Positionen begründet — oder ob Geräte nach Stückzahl verschickt werden.
Worauf kommt es im Betrieb mit Bewohnern an?
Jeder Termin in einer bewohnten Wohnung kostet Abstimmung. Ein System, das auf das WLAN der Mieter angewiesen ist, hängt davon ab, dass Router eingeschaltet bleiben und Passwörter gleich bleiben — und es wirft Fragen auf, die niemand stellen möchte. Funk über eine eigene Basisstation und eine lange Batterielaufzeit halten die Zahl der Termine klein.
Auch die Akzeptanz hängt am Detail. Bewohner fragen, was erfasst wird. Die klare Antwort „Temperatur und Luftfeuchte, keine Kamera, kein Mikrofon, keine Anwesenheitserkennung“ beendet viele Diskussionen. Die Informationspflichten nach der DSGVO bleiben bei der Hausverwaltung als Verantwortlicher; ein Anbieter sollte die Unterlagen dafür bereitstellen können.
Wie erkennt man eine brauchbare Alarm-Logik?
Ein Alarm, der bei jeder Dusche auslöst, wird nach zwei Wochen ignoriert. Brauchbar ist eine Logik mit Mindestdauer: Die Meldung kommt erst, wenn eine Bedingung über eine festgelegte Zeit anhält, und sie endet erst, wenn die Werte mit etwas Abstand wieder im Rahmen liegen. Dazu gehören festgelegte Empfänger und eine Meldung bei Funkausfall — sonst bleibt ein stummer Sensor unbemerkt.
Ebenso wichtig ist, was nach dem Alarm geschieht. Die Plattform von San-Care macht aus jedem Alarm einen Vorfall mit Verlauf: wann die Bedingung eintrat, wer reagiert hat und wann sie wieder im Rahmen war. Der Monatsreport ordnet die Werte fachlich ein, sodass die Verwaltung nicht selbst Kurven deuten muss.
Was sollte vor Vertragsabschluss geklärt sein?
Messdaten werden oft erst Jahre später gebraucht — bei einem Eigentümerwechsel, einem Rechtsstreit oder einer Sanierungsentscheidung. Klären Sie deshalb schriftlich, wem die Daten gehören, ob sie nach Vertragsende verfügbar bleiben und in welchem Format sie exportiert werden können. Bei San-Care gehören die Messdaten dem Objekt und bleiben nach Vertragsende erhalten.
Checkliste vor dem Auftrag
- Gibt es eine Begehung, und wer legt die Messpunkte fest?
- Wie oft wird gemessen, und wie lange halten die Batterien?
- Braucht das System das WLAN der Bewohner?
- Wo stehen die Server, und was genau wird erfasst?
- Wem gehören die Daten nach Vertragsende?
- Gibt es eine fachliche Einordnung oder nur Rohwerte?
- Montiert eigenes Personal oder ein Subunternehmer?
- Lassen sich Alarme mit Mindestdauer und Empfängern einstellen?
Welche Warnsignale gibt es bei Angeboten?
Manche Punkte sollten vor einem Auftrag stutzig machen. Sie bedeuten nicht zwingend, dass ein Angebot schlecht ist, aber sie verlagern Arbeit oder Risiko auf die Verwaltung. Wer sie früh anspricht, erspart sich später Diskussionen mit Bewohnern, Eigentümern und dem eigenen Team.
Besonders vorsichtig sollten Sie bei Aussagen sein, die mehr versprechen, als Messtechnik leisten kann. Ein Sensor misst und meldet; er stellt nicht fest, wer verantwortlich ist, und nimmt der fachlichen Prüfung vor Ort nichts ab. Ein Anbieter, der das offen sagt, ist in der Regel auch bei anderen Punkten verlässlicher.
Punkte, die Sie nachfragen sollten
- Geräte werden nach Stückzahl verschickt, ohne Begehung und ohne begründete Positionen
- Das System setzt das WLAN der Bewohner voraus
- Es gibt keine Angabe, wo die Daten gespeichert werden und wem sie gehören
- Alarme lassen sich nicht mit Mindestdauer oder Empfängern einstellen
- Es gibt keinen Export der Rohdaten
- Das Angebot verspricht, Schäden auszuschließen oder Verantwortung festzustellen
Begriffe in diesem Text
Kurz erklärt.
- Messintervall
- Der zeitliche Abstand zwischen zwei Messungen — bei San-Care 15 Minuten, also rund 96 Werte je Größe und Tag.
- Messpunkt
- Ein einzelner batteriebetriebener Sensor, der an einer festgelegten Stelle Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Taupunkt erfasst.
- LoRaWAN
- Ein Funkstandard für kleine Datenmengen über große Distanzen bei sehr geringem Stromverbrauch.
- Basisstation
- Das netzbetriebene Empfangsgerät, das die Funksignale aller Messpunkte eines Objekts einsammelt und weiterleitet.
- Batterielaufzeit
- Die Zeit, die ein Messpunkt ohne Batteriewechsel misst — bei San-Care rund fünf Jahre.
- Alert
- Eine automatische Meldung per E-Mail, sobald an einem Messpunkt über längere Zeit kritische Bedingungen bestehen.
- Schwellenwert
- Ein vorab festgelegter Grenzwert, bei dessen Über- oder Unterschreiten das System eine Meldung auslöst.
- Informationspflicht nach DSGVO
- Die Pflicht, Menschen beim Erheben ihrer Daten zu sagen, wer die Daten verarbeitet, wozu, wie lange und welche Rechte sie haben.
- IoT-Plattform
- Die Software im Internet, in der die Daten vernetzter Sensoren ankommen, gespeichert, angezeigt und ausgewertet werden.
Häufige Fragen
Was dazu gefragt wird.
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Nächster Schritt
Ein Objekt. Drei Monate. Dann wissen Sie es.
Der Pilot ist absichtlich klein: zehn Messpunkte in einem Ihrer Objekte, drei Monate lang. Danach liegt ein Report auf dem Tisch — und Sie entscheiden mit Daten statt mit Gefühl.
- rasch und persönlich
- keine Kamera, kein Mikrofon
- Zustimmung vorausgesetzt
- Wien & Niederösterreich