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86 — Wissen

Wer zahlt das Gutachten bei Schimmel in der Mietwohnung?

Ein Gutachten klingt nach Klarheit, aber auch nach Kosten — und nach der Frage, wer sie trägt. Bevor man beauftragt, lohnt es, die Grundregeln zu kennen und den Sachverhalt so gut wie möglich vorzubereiten.

Fachlich geprüft, Stand 7. Oktober 2026. Gilt für Bestandsobjekte in Wien und Niederösterreich.

Wer zahlt ein Privatgutachten?

Ein Privatgutachten beauftragt eine Partei selbst, etwa Mieter, Vermieter oder Hausverwaltung. Die Rechnung geht an den Auftraggeber. Ob und wie weit diese Kosten später von jemand anderem ersetzt werden, lässt sich nicht pauschal beantworten; das hängt vom Vertrag, vom Sachverhalt und davon ab, ob es zu einem Verfahren kommt.

Vor einer Beauftragung kann es sinnvoll sein, mit der Gegenseite zu sprechen. Manchmal lässt sich ein gemeinsamer Auftrag vereinbaren, auf dessen Ergebnis sich beide Seiten beziehen.

Was gilt im gerichtlichen Verfahren?

Bestellt ein Gericht einen Sachverständigen, ordnet es nach § 365 ZPO an, dass die Partei, die den Beweis beantragt, einen vom Gericht bestimmten Kostenvorschuss erlegt — außer ihr ist Verfahrenshilfe bewilligt. Am Ende des Verfahrens werden die Kosten nach den Regeln über den Kostenersatz verteilt; nach § 41 ZPO hat die vollständig unterliegende Partei der Gegenseite die notwendigen Kosten zu ersetzen.

Für bestimmte Streitigkeiten nach dem Mietrechtsgesetz, etwa über Erhaltungsarbeiten, gibt es ein eigenes Verfahren nach § 37 MRG mit eigenen Kostenregeln. Hat eine Gemeinde eine Schlichtungsstelle für Mietangelegenheiten eingerichtet, wie etwa Wien, muss die Sache nach § 39 MRG zuerst dort anhängig gemacht werden, bevor das Gericht angerufen werden kann; in Gemeinden ohne Schlichtungsstelle geht sie direkt an das Bezirksgericht. Welche davon im konkreten Fall gelten, klärt eine Rechtsberatung, eine Mieterorganisation oder die Arbeiterkammer.

Was sollte man vor einem Gutachten vorbereiten?

Ein Gutachten wird zielgerichteter, je besser der Sachverhalt dokumentiert ist. Der Sachverständige sieht die Wohnung meist an einem einzelnen Tag; was in den Wochen davor passiert ist, kennt er nur aus Unterlagen und Aussagen.

Hilfreiche Unterlagen

  • Datierte Fotos des Befalls in seiner Entwicklung
  • Schriftliche Meldung an Vermieter oder Hausverwaltung mit Datum
  • Informationen zu Fenstertausch, Sanierungen oder früheren Wasserschäden
  • Notizen zu Heizen und Lüften im betroffenen Zeitraum
  • Ein durchgehender Verlauf von Temperatur, Luftfeuchte und Taupunkt an der betroffenen Stelle

Wie unterstützt eine Messreihe das Gutachten?

Eine Messreihe beantwortet nicht, wer im Einzelfall verantwortlich ist — das bleibt Aufgabe der fachlichen und gegebenenfalls rechtlichen Beurteilung. Sie zeigt aber, wann es an welcher Stelle wie feucht war und ob sich die Werte an die Außentemperatur oder an den Tagesrhythmus koppeln. Damit kann ein Sachverständiger auf Daten aufbauen statt nur auf einen Termin.

San-Care misst dafür mit batteriebetriebenen Messpunkten alle 15 Minuten Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, zeitgestempelt und auf ±0,3 °C bei der Temperatur. Die Daten stehen auf der Plattform als Verlauf und als Export zur Verfügung. Beauftragt wird San-Care in Wien und Niederösterreich meist von Hausverwaltungen oder Eigentümern, gemessen wird nur mit Zustimmung der Bewohner.

Für den Einstieg gibt es den Pilot (10 Messpunkte, 1 Objekt, 3 Monate Laufzeit) zu 990 € einmalig oder 390 €/Monat laut Preisübersicht, netto zuzüglich USt.; verbindlich ist das Angebot.

Begriffe in diesem Text

Kurz erklärt.

Sachverständiger
Eine fachlich qualifizierte Person, die den Zustand eines Bauteils beurteilt und daraus eine gutachterliche Bewertung ableitet.
Gerichtssachverständiger
Ein allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, der von einem Gericht bestellt werden kann, um eine Fachfrage zu beurteilen.
Messprotokoll
Die geordnete Aufstellung aller Messwerte eines Messpunkts mit Zeitstempel, Position und den daraus berechneten Größen.
Beweissicherung
Das Festhalten eines Zustands in einer Form, die später nachvollziehbar bleibt — bei Feuchte durch zeitgestempelte Messreihen statt durch Erinnerung.
Mietrechtsgesetz (MRG)
Das österreichische Gesetz, das für viele Mietwohnungen Mietzins, Erhaltung und Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter regelt.
Erhaltungspflicht
Die Pflicht, ein Gebäude oder eine Wohnung in einem brauchbaren Zustand zu halten und Schäden zu beheben.

Vollständiges Glossar

Häufige Fragen

Was dazu gefragt wird.

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Antwort
rasch und persönlich
Im Gerät
keine Kamera, kein Mikrofon
Bewohner
Zustimmung vorausgesetzt
Gebiet
Wien & Niederösterreich